Runge-Bienen

  • Blühwiesen zur Rettung der Insekten – Kleinsäuger, Vögel und Amphibien

    Wenn der Frühling einzieht erwacht das Leben auf unserem Firmengelände: Auf unseren Freiflächen haben wir bereits 2018 zusammen mit Dr. Kai Behncke über 6.500m2 Blühwiesen angelegt. Behncke engagiert sich mit seinem gemeinnützigen Unternehmen "Umweltschutz und Lebenshilfe" für den Lebensraum von Insekten, Vögeln, Amphibien und anderen Tieren und legt dazu mit engagierten Unterstützern Blumenwiesen an, die jeweils höchstens 1,5 km auseinander liegen. Denn soweit können Hummeln und andere Insekten täglich fliegen. Unsere Blühwiesen bieten dabei eine der größten Einzelflächen innerhalb dieses Insektenkorridors, der nicht nur der erste und größte in Deutschland ist, sondern schon vielfach ausgezeichnet wurde und so Beispiel geben will, u.a.: UN Dekade Biologische Vielfalt (von den Vereinten Nationen), Google Impact Challenge, Deutschlands Naturwunder, und viele viele andere mehr – auch das greenpeace magazin berichtete über Behnckes Engagement.

    Der Korridor erstreckt sich im Landkreis Osnabrück über etwa 40 km von Melle bis Hasbergen. Er ermöglicht vielen Insektenarten einen interregionalen Austausch und ermöglicht ihnen damit die wichtige Erweiterung ihres Genpools. Dies kann die jeweiligen Arten vor dem Aussterben schützen und damit die Biodiversität fördern. Die Vielfalt an Insekten bildet dabei immer nur den Grundstock für weitere Vielfalt an Tieren: Kleinsäuger, kleine Vogelschwärme und große Greifvögel sowie auch Amphibien sind häufig auf, unter oder über unseren Flächen anzutreffende Gäste, die es sichtlich genießen, diesen belebten Raum für sich zu nutzen.

    Lokale Vielfalt der Flora wieder hergestellt

    Bei der Anlage unserer Blühwiesen haben wir uns bewusst für den Einsatz von gebietseigenen Wildblumen entschieden. Der Saatgutspezialist Rieger Hofmann hatte zu unserem Glück bereits mit der Hochschule Osnabrück eine eigene Osnabrücker Mischung erarbeitet. So konnten wir diese lokaltypische Mischung einsetzen und damit auch zum Erhalt und Rückansiedlung lokaltypischer Vielfalt an Wildblumen auf unseren Flächen beitragen. Über 50 Arten sind in dieser Mischung und damit auf unseren Blühwiesen vertreten und breiten sich nach und nach in die umliegende Landschaft wieder aus.

    Mikroklimabeitrag von Blühwiesen bei Niederschlags- und Hitzeereignissen

    Die Blühwiesen bringen eine enorme Menge an Biomasse mit sich. Die eng wachsende Flora reckt sich je nach Art im Spätsommer bis hüfthoch und teilweise sogar in Einzelfällen noch darüber hinaus. So entsteht nicht nur das dichte Gewirr von Pflanzen und das intensive Brummen, Surren und Zirpen, sondern auch eine enorme Verdunstungsfläche auf der Oberfläche der Pflanzen: dies führt im Umfeld zu einer leicht spürbaren Senkung der Lufttemperatur. Gleichzeitig verschattet der hohe Bewuchs die gesamte Oberfläche und verhindert so ein schnelles Austrocknen des Bodens in Hitzeperioden.

    Bei Niederschlags- und insbesondere Starkregenereignissen ist der so intensiv bewachsene und von Insekten und Kleintieren durchlöcherte Boden ein guter Speicher von Wasser, der ein Ansammeln und "Überlaufen" von Oberflächenwasser verhindert und so die natürlichen und infrastrukturellen Entwässerungswege entlasten kann sowie offen genug für die Wiederauffüllung von Grundwasserreserven ist.

    Honigbienen bringen für die Artenvielfalt soviel wie Milchkühe

    Zu den vielen Insekten und anderen Tieren, die sich auf der Blühwiese tummeln, kommen unsere fleißigen Runge-Bienen hinzu. Unser Teamleiter Logistik, Stefan Hase, ist engagierter Imker und betreut nicht nur unser Honigbienenvolk. Von der Königin bis zu den 80.000 Bienen im Einsatz hat Stefan es selber für unseren leckeren Honig aufgebaut. Er kümmert sich liebevoll um die Bienen, erklärt gern die Besonderheiten der Bienenvölker und der Bedrohungen. Zweimal im Jahr erntet Stefan das flüssige Gold und füllt es für unsere Partner ab.

    Dennoch ist es wichtig zu verstehen, dass Honigbienen zwar die Bestäubung von Pflanzen unterstützen und für diese existenziell wichtig sein können, dennoch ist das Halten eigener Honigbienen als Nutztiervolk selbst kein Beitrag zur Biodiversität ... ähnlich wie das Halten von Milchkühen auch kein Gewinn an Artenvielfalt mit sich bringt sondern sogar regelmäßig für monokulturelles Weideland sorgt.

    Die Honigbienen bringen aber gerade in Verbindung mit Blühwiesen in Summe einen positiven ökologischen Beitrag und sind als Naturbotschafter ein wichtiges Vehikel, um Menschen an das Thema des Insektensterbens heranzuführen und für dieses zu sensibilisieren.

  • Die lokaltypische Osnabrücker Mischung

    Für die Ansaat unserer Blühwiesen konnten wir eine exakt lokaltypische Mischung einsetzen, die Rieger Hofmann zuvor gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück als eine gebieteseigene Osnabrücker Mischung erstellt hat. Darin sind die im Folgenden aufgelisteten Pflanzen enthalten.

  • Nr. Botanischer Name Deutscher Name %
    1 Anthoxanthum odoratum s.str. UG 01 Gewöhnliches Ruchgras 4,00
    2 Cynosurus cristatus UG 01 Weide-Kammgras 6,10
    3 Festuca rubra UG 02 Horst-Rotschwingel 5,10
    4 Achillea millefolium UG 02 Gewöhnliche Schafgarbe 0,90
    5 Agrimonia eupatoria UG 02 Kleiner Odermennig 7,70
    6 Barbarea vulgaris s.str. UG 02 Echtes Barbarakraut 1,60
    7 Cardamine pratensis s.l. UG 02 Wiesen-Schaumkraut 0,40
    8 Centaurea cyanus UG 02 Kornblume 9,00
    9 Centaurea jacea s.str. UG 02 Wiesen-Flockenblume 4,20
    10 Centaurea scabiosa s.str. UG 02 Skabiosen-Flockenblume 1,90
    11 Clinopodium vulgare UG 02 Gewöhnlicher Wirbeldost 0,80
    12 Daucus carota UG 02 Wilde Möhre 2,70
    13 Echium vulgare UG 02 Gewöhnlicher Natternkopf 2,00
    14 Galium album UG 02 Weißes Labkraut 1,60
    15 Heracleum sphondylium UG 02 Wiesen-Bärenklau 1,90
    16 Hypericum perforatum UG 02 Echtes Johanniskraut 0,70
    17 Hypochaeris radicata UG 02 Gewöhnliches Ferkelkraut 0,50
    18 Knautia arvensis UG 02 Acker-Witwenblume 7,90
    19 Scorzoneroides autumnalis UG 02 Herbst-Löwenzahn 0,90
    20 Leucanthemum vulgare agg. UG 02 Wiesen-Margerite 2,00
    21 Linaria vulgaris UG 02 Gewöhnliches Leinkraut 0,40
    22 Lotus pedunculatus UG 02 Sumpfschotenklee 2,40
    23 Malva moschata UG 02 Moschus-Malve 2,70
    24 Malva sylvestris s.str. UG 02 Wilde Malve 3,20
    25 Matricaria recutita UG 02 Echte Kamille 0,30
    26 Medicago lupulina UG 01 Gelbklee 3,00
    27 Papaver rhoeas UG 02 Klatschmohn 1,30
    28 Papaver dubium s.l. UG 02 Saatmohn 1,00
    29 Pastinaca sativa s.str. UG 02 Gewöhnlicher Pastinak 4,00
    30 Pimpinella saxifraga UG 01 Kleine Bibernelle 1,20
    31 Prunella vulgaris UG 02 Gewöhnliche Braunelle 2,40
    32 Ranunculus acris agg. UG 02 Scharfer Hahnenfuß 1,90
    33 Reseda luteola UG 02 Färber-Resede 0,90
    34 Scrophularia nodosa UG 02 Knoten-Braunwurz 0,30
    35 Silene dioica UG 02 Rote Lichtnelke 1,90
    36 Silene latifolia subsp. alba UG 02 Weiße Lichtnelke 1,00
    37 Silene vulgaris UG 02 Gewöhnliches Leimkraut 2,40
    38 Tanacetum vulgare UG 02 Rainfarn 0,10
    39 Tragopogon pratensis s.str. UG 02 Wiesen-Bocksbart 1,90
    40 Trifolium pratense UG 02 Rotklee 2,40
    41 Verbascum densiflorum UG 02 Großblütige Königskerze 0,70
    42 Verbascum nigrum UG 02 Schwarze Königskerze 0,70
    43 Viola arvensis UG 02 Acker-Veilchen 2,00
    Summe 100,00 %