Holz

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Warum sind heimische Holzarten aus Deutschland technisch nicht unbedingt für Sitzbänke im Außenraum geeignet?

Sitzbänke im Außenraum sind der Witterung über viele Jahre ununterbrochen ausgesetzt. Daher müssen sie aus besonders langlebigen Holzsorten bestehen. Dazu bedarf es einer natürlichen Resistenz gegen Holz angreifende Organismen. Diese Resistenz lässt sich über die DIN 350-2 klassifizieren. Holzarten, die mindestens der Klasse 3 (von 1-6) angehören, sind geeignet. Natürlich gibt es auch einzelne heimische Holzarten, die dieses Kriterium der Dauerhaftigkeitsklasse nach DIN einhalten. Bei einer Sitzbank ist es aber zusätzlich sehr wichtig, dass das Holz weder kurzfristig noch langfristig größere Risse bekommt. Denn Risse stellen im Kontakt zu Haut oder Kleidung und anderen Gegenständen ein Verletzungs- und Beschädigungsrisiko dar, das heutzutage nur noch selten vom Bürger toleriert wird. Zudem kann Feuchtigkeit in Risse eindringen und es können sich Bereiche mit Dauerfeuchte bilden. Diese sind dann trotz generell außenraumgeeigneter Holzarten ein Beschleuniger für die Holzzersetzung durch schädigende Bioorganismen. Ebenso sollten verwendete Holzarten keine Gerbsäure abgeben oder über übermäßig viele Harzgallen verfügen.

Risse im Holz sind eine natürliche Eigenschaft, die keinen Mangel darstellt, wenn sie nicht fahrlässig durch falsche technische Trocknung verursacht wurden. Risse entstehen durch das Quellen und Schwinden des Holzes, wenn es Feuchtigkeit aufnimmt und abgibt. Bei der Feuchtigkeitsaufnahme quellen die Holzzellen, bei der Feuchtigkeitsabgabe schwinden sie. Je homogener die Holzstruktur aufgebaut ist, desto gleichmäßiger quillt und schwindet das Holz. Durch ungleichmäßigen Aufbau (Anisotropien) des Holzes und durch besonders breite Holzstrahlen (also Nährstofftransportröhren im Holz als natürliche Unterbrechung des Zellzusammenhalts) steigt die Gefahr der Rissbildung. Es sind also unterschiedliche Zellen, Verästelungen, Holzstrahlen und auch Harzgallen, die das Reißen des Holzes wahrscheinlicher und heftiger machen. Und genau dort liegt der Nachteil der heimischen europäischen Holzarten: Durch ihren Aufbau in Jahrringen weisen sie von ihrer natürlichen Holzanatomie ständig wechselnde Dichtebereiche auf, die die Rissneigung erheblich steigert. Eiche als beliebte heimsiche Holzart, die von ihrer Dauerhaftigkeitsklasse für den Außenraum geeignet wäre, hat zudem außergewöhnlich breite Holzstrahlen, diese bilden sozusagen Sollbruchstellen für die Entstehung von Rissen, da sie den Zusammenhalt der Zellen durchbrechen.