COOL DOWN 2026

Best Practice: Sommerorte

COOLDOWN meets TOOHOT

 

Best Practice: Sommerorte
26. August 2026 – 13:45-17:45 Uhr

Hitzeresiliente Städte zu schaffen ist nach Jahrzehnten autogerechter Planung eine enorme Herausforderung. Entsiegeln, Bäume pflanzen, Dächer begrünen, Verschatten – all das wirkt, aber erst über Jahre. Was tun, bis die Bäume groß genug sind?

Konstanz hat als Smart Green City 2025 gezielt Sommerorte geschaffen: Maßnahmen, die sofort wirken – fachlich begleitet von Gehl People und in ihrer Wirkung dokumentiert. Was sich subjektiv als Hitze anfühlt, lässt sich im Klimaengineering objektivieren und messbar machen. 

Gewinnen Sie Einblicke und Anregungen! Die praxisrelevanten Fachbeiträge zeigen, wie Kommunen heute schon handeln – und wie sich langfristige Lösungen mit Sofortmaßnahmen ergänzen lassen.  

Cool Down ist als Fortbildung der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen (AKNW) anerkannt:
Fortbildungspunkte: 3
Fachrichtungen: Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung. 
Registrier-Nummer: 26-1015730-001
 

 

Downloads

Alle Inhalte der Veranstaltung zum Mitnehmen: das Programm sowie die Vorträge zum Nachlesen – mit Präsentation und einer kurzen Zusammenfassung. Fehlende Inhalte ergänzen wir laufend.

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Die Vorträge zum Nachlesen

Präsentation als PDF, dazu jeweils eine kurze Zusammenfassung.

Perspektive 1/4 · Vortrag

Dr. Wolfgang Kessling

Transsolar KlimaEngineering

Physik · Mikroklima gestalten – thermischen Komfort planen

Thermischer Komfort ist keine Frage des Gefühls, sondern eine planbare, messbare Größe. Wenige Faktoren entscheiden, ob sich ein Ort heiß oder kühl anfühlt – Strahlungstemperatur, Luftbewegung, Verschattung und Verdunstung. Der Vortrag zeigt, wie sich diese Parameter gezielt kombinieren lassen, um Außenräume spürbar abzukühlen – ganz ohne Klimaanlage. Denn am Ende zählt, wie wir uns fühlen.

Perspektive 2/4 · Vortrag

Philip Haggeney

RMPSL Landschaftsarchitekten

Von der Intervention zur langfristigen Strategie

Urbane Klimaresilienz bedeutet keine abstrakte Zielsetzung, sondern eine konkrete Planungsaufgabe: Städte so zu gestalten, dass sie stabil, anpassungsfähig und dauerhaft lebenswert bleiben - für Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen. Der Vortrag zeigt, wie sich temporäre Maßnahmen von Anfang an in dauerhafte grüne Infrastruktur einplanen lassen und was ein Freiraumprojekt heute können muss.

Perspektive 3/4 · Vortrag

Lisa Müller-Schober

Gehl People

Mensch · Öffentlicher Raum zwischen Klimaanpassung und Lebensqualität

Was macht eine Stadt auch an heißen Tagen lebenswert? Aus der Perspektive der Menschen im öffentlichen Raum geht es um Aufenthaltsqualität im „human scale" – und darum, wie sich die Wirkung experimenteller Maßnahmen als Entscheidungsgrundlage messen lässt.

Perspektive 4/4 · Vortrag

Barbara Schaar

Smart Green City Konstanz · Projektleitung Sommerorte

Sommerorte Konstanz · Maßnahmen. Wirkung. Zukunft.

Konstanz hat als Smart Green City gezielt Sommerorte geschaffen – temporäre Interventionen nicht als Dekoration, sondern als kontrollierter Praxistest im öffentlichen Raum. Der Vortrag zeigt, welche Orte entstanden sind, wie sie angenommen wurden, welche Maßnahmen intensiviert werden – und wie sich Sofortmaßnahmen in langfristige Lösungen überführen lassen.

Podium & Live-Demo

Diskussion und Impressionen des Nachmittags.

Podium

Podiumsdiskussion

Mit allen Vortragenden & dem Publikum

Zum Abschluss diskutieren alle Vortragenden gemeinsam mit dem Publikum: Wo stehen Städte, Planungsbüros und Technik heute – und was braucht es, um Sommerorte in die Fläche zu bringen?

Live-Demo

Nebelkühlung zum Anfassen

CoolTown® · Nebelkühlung

Abkühlung am eigenen Körper, direkt vor dem DAM: Hochdruck-Verdunstungskühlung zum Anfassen – am Beispiel CoolTown®. Hier gibt es die Impressionen des Tages.

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Nachlese · Die Podiumsdiskussion

Zum Abschluss diskutierte unsere Moderatorin Mechthild Harting mit unseren Speakern Philip Haggeney, Dr. Wolfgang Kessling, Lisa Müller-Schober und Barbara Schaar, wie sich Städte schneller kühlen lassen. Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse für Sie zusammengefasst.

01

Bäume zuerst – aber jetzt pflanzen

Einigkeit im Podium: Schatten ist die erste Stufe der Kühlung, und Bäume sind der schönste Weg dahin. Das Problem ist die Zeit. Der Appell: Bäume schon heute pflanzen und einige Jahre am Standort wachsen lassen – dann sind sie ans Klima gewöhnt, wenn man sie braucht. Bis dahin überbrücken Kübelbäume oder begrünte Pergola-Strukturen, auch wenn das nur die zweitbeste Lösung ist.

02

"Temporär" als Türöffner

Wo dauerhafte Entsiegelung (noch) nicht durchsetzbar ist, sind temporäre Maßnahmen die Chance, kostengünstig und risikoarm auszuprobieren. Wird ein Ort angenommen, wird auch der größere, dauerhafte Schritt möglich – plötzlich sind Tiefgarage oder Leitungen im Untergrund nicht mehr das unüberwindbare Hindernis. Der Schneeball kommt ins Rollen.

03

Sichtbarkeit macht den Unterschied

Konstanz bündelte die Sommerorte bewusst, statt sie übers Jahr zu verteilen – gemeinsam wahrnehmbar, erkennbar aus einem Guss. Die auffälligen, knalligen Möbel, versammelt an den Sommerorten, brachten Menschen zum Nachdenken und luden direkt vor Ort zum Mitreden ein. Das wirkt anders als ein Beteiligungsverfahren mit 400 Leuten in einer Halle.

04

Der Mensch im Fokus, nicht die Technik

Wir müssen immer wieder zurück zur eigentlichen Frage: Worum geht es? Um lebenswerte Räume für Menschen. Erst wenn der Mensch und sein Bedürfnis nach Schatten und Abkühlung im Zentrum stehen, wird klar, welche Lösung passt – ob es der Baum ist oder etwas anderes. Der Schlüssel ist integrale Planung: über Abteilungen und Referate hinweg gemeinsam denken, statt in Einzellösungen.

05

Daten schlagen Bauchgefühl

Der klarste Rat aus der Praxis: in den Städten Daten erheben. Wer die Wirkung von Maßnahmen misst und dokumentiert, hat die beste Entscheidungsgrundlage. Wer einen Ort wann und wie nutzt – diese Ergebnisse helfen enorm in Räten, Ausschüssen, etc. und führen weg von der reinen Bauchgefühl-Debatte.

06

Dort anfangen, wo die Hitze am härtesten trifft

Ein Appell mit sozialer Dimension: Wir müssen nicht nur die Einkaufs- und Tourismuszonen kühlen, sondern zuerst dort anfangen, wo Menschen keine Klimaanlage haben, um sich auf schnellem Weg Abkühlung zu verschaffen. Am stärksten betroffen sind Quartiere mit unsanierter Bausubstanz, insbesondere schlecht isolierte Dachwohnungen. Wir müssen zuerst genau hier ansetzen, wo der Bedarf am größten ist.

07

Nicht in die Kühlfalle tappen

Wir sollten jetzt nicht darüber nachdenken, unsere Städte in Zukunft mechanisch zu kühlen. Split-Geräte schieben die Wärme nur nach draußen, die Plätze werden zum „Auspuff". Die eigentliche Frage lautet: Fühlen wir uns wohl? Drinnen ist es oft kühler, doch der Stadtraum ist der Ort, an dem wir uns treffen und leben wollen – nicht das gekühlte Innere. Wie wir dort leben, müssen wir bewusst gestalten. Manchmal braucht es dafür temporäre, schnelle, aber verblüffend wirksame Beispiele, die vielleicht sogar unerwartet zeigen, was möglich ist.

08

Mut schlägt Bedenken

Vieles scheitert nicht am Wissen, sondern am Mut – und an zu vielen Normen, bei denen jede Fachstelle im Untergrund ihre eigene Leitung verteidigt. Politische Unterstützung kann bremsen oder, wie in Paris, kräftig beschleunigen. Wenn ein Baum am Ende die Chance bekommt, Jahrzehnte zu stehen, Schatten zu spenden und zu kühlen, ist der Aufwand das allemal wert.

09

Nebelkühlung: die Wasserfrage

Wie funktioniert das bei der Nebelkühlung? Hygiene? Und der Wasserverbrauch? – Das waren die zentralsten Fragen in Bezug auf die Kühlung durch Nebel. Gerade in einem Sommer mit Rekord-Niedrigwasser am Bodensee und Wasserentnahmeverboten in einzelnen Kommunen. In Konstanz wurde transparent aufgeschlüsselt, wie viel Wasser pro Person anfällt, die davon profitiert. Verwendet wird ausschließlich Trinkwasser. Von Kindern bis zu Senior:innen – alle Altersgruppen gehen gezielt dorthin – manche drehen mit dem Rad bewusst eine Runde durch den Nebel, um sich abzukühlen.

Stimmen aus dem Podium

„Es fehlt an Mut. Das Temporäre ist die Möglichkeit, es kostengünstig auszuprobieren und so bereits einen kleinen Schritt zu machen, als nur Bedenkenträger zu sein und nichts zu machen."

Philip Haggeney · RMPSL Landschaftsarchitekten

„Es wird immer der Stadtraum sein, in dem wir leben wollen. Wir sollten erstmal die natürlichen, die passiven Maßnahmen sauber sortieren und maximieren. Der kühle Stadtraum ist der bessere Stadtraum."

Dr. Wolfgang Kessling · Transsolar KlimaEngineering

„Mein Appell wäre, dort zu beginnen, wo die Menschen eben keine Klimaanlage haben, um sich dringend abzukühlen. Sondern wo einfach der Bedarf eben besonders groß ist."  

Lisa Müller-Schober · Gehl – Making Cities for People

„Wenn ich einen Rat geben dürfte, dann wäre es in unseren Stadträumen Daten zu erheben und sie nutzbar zu machen. Denn das ist die beste Entscheidungsgrundlage, die wir bieten können."  

Barbara Schaar · Smart Green City Konstanz

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Tiefer ins Thema

Zum Nachlesen & Vertiefen

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Eine Veranstaltung von Runge · im Kontext von „Too Hot" des BDLA Hessen · DAM Frankfurt

Cool Down

Best Practice: Sommerorte, die wirken

Städte auch an den heißesten Tagen lebenswert machen. Kühle Städte, frische Ideen.

DatumMittwoch, 26.08.2026
Zeit13:45 – 17:45 Uhr
OrtDeutsches Architekturmuseum, Frankfurt
Teilnahme19 € inkl. MwSt.
Sofort umsetzbarMaßnahmen, die schon heute Wirkung zeigen
Positive Wirkung belegtdokumentiert von Gehl People & Transsolar
Direkt übertragbarImpulse für eigene Projekte vor Ort

 

Programm · Nachmittag

ab 13:00 Uhr EinlassCool Down
13:45 – 17:45 Vorträge · Podium · Live-Demo Cool Down
13:45
Begrüßung & Einführung
13:50
Physik · Mikroklima gestalten – thermischen Komfort planen
Wolfgang Kessling · Transsolar Energietechnik GmbH - München | Stuttgart | New York
  • Wie verwandelt sich unser städtisches Klima – was bedeutet das für die Aufenthaltsqualität?
  • Thermischer Komfort als messbare Größe: welche Parameter entscheiden, ob sich ein Ort heiß oder kühl anfühlt?
  • Nieder- vs. Hochdruck: wie wirkt Verdunstungskühlung – und was können Planende schon heute umsetzen?
14:20
Von der Intervention zur langfristigen Strategie
Philip Haggeney · RMPSL Landschaftsarchitekten Mannheim | Berlin | Köln | Bonn | Hamburg
  • Warum ist Hitzeresilienz eine Planungs- und Entwurfsaufgabe – und beginnt nicht erst am fertigen Baum?
  • Langfristig gedacht und sofort wirksam: Wie lassen sich temporäre Maßnahmen von Anfang an in dauerhafte grüne Infrastruktur einplanen?
  • Was muss ein Freiraumprojekt heute können, damit es dem Klima von morgen standhält?
14:50
Pause
Eine eiskalte Abkühlung für Zwischendurch.
15:20
Mensch · Öffentlicher Raum zwischen Klimaanpassung und Lebensqualität
Lisa Müller-Schober · Gehl People, Wien / Kopenhagen / New York / San Francisco
  • Was macht eine Stadt auch an heißen Tagen lebenswert? – „human scale"
  • Welche Bedürfnisse haben Menschen im öffentlichen Außenraum, und wie erfüllt Gestaltung sie?
  • Wie misst man die Wirkung experimenteller Maßnahmen als Entscheidungsgrundlage?
15:50
Sommerorte Konstanz · Maßnahmen, Wirkung, Zukunft
Barbara Schaar · Smart Green City Konstanz, Projektleitung Sommerorte
  • Welche Sommerorte sind entstanden – und wie wurden sie angenommen?
  • Welche Maßnahmen sollen intensiviert werden?
  • Wie überführt man Sofortmaßnahmen in langfristige Lösungen?
16:20
Podiumsdiskussion
Mit allen Vortragenden und dem Publikum.
16:55
Live-Demo: Nebelkühlung zum Anfassen
Hochdruck-Verdunstungskühlung im Außenraum vor dem DAM – am Beispiel CoolTown®. Erfrischende Kühlung selber erleben, im Ausklang & Austausch.
17:45
Happy End
Ein gemeinsames Getränk bei der finalen Zusammenfassung der Vortragsinhalte.

Anschluss-Veranstaltung des bdla 

ab 18:00 Führung 18:00 · Vorträge 19:00 – 21:00 Uhrbdla „Too Hot"
Vortrag 1
Klima und Gesundheit – Transformativ Handeln im Kontext Planetary Health
Dr. med. Friederike von Gierke · KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit, Frankfurt
Vortrag 2
Heiße Strände, kühler Boulevard – die klimafitte Transformation der Praterstraße in Wien
Robert Luger & Daniel Zimmermann · 3:0 Landschaftsarchitektur, Wien

Teil der bdla-Vortragsreihe „Too Hot – Heiße Städte, kühle Lösungen". Separate Veranstaltung, Reihenfolge nach bdla-Programm.

 

Teilnahme

19 €
reguläres Ticket Cool Down
Anmeldung über Eventfrog
Plätze im Auditorium begrenzt (rund 90–100 Personen) – First come, first serve.

 

Veranstaltungsort

Adresse

Deutsches Architekturmuseum DAM
Schaumainkai 43, 60596 Frankfurt am Main

Räume

Auditorium (Vorträge & Podium) · Zusätzl. Live-Demo von Nebelkühlung im Außenbereich vor dem Museum

Anreise

Das DAM liegt am Museumsufer in Sachsenhausen, nahe der Schweizer Straße.

U-Bahn: U1, U2, U3, U8 bis Schweizer Platz – oder bis Willy-Brandt-Platz (über den Main)
Straßenbahn: Linien 15, 16, 18, 19 bis Schweizer-/Gartenstraße 
S-Bahn: S4, S5, S6 bis Frankfurt Südbahnhof
Bus: Linie 61 bis Schweizer Straße/Südbahnhof
 

Auto: Parkhäuser:

  • Walter-Kolb-Straße 16 (Alt-Sachsenhausen)
  • Willy-Brandt-Platz 5 (Schauspiel Frankfurt)
  • Untermainanlage 1 (Untermainanlage)

Wir empfehlen Ihnen, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, da das DAM keinen eigenen Parkplatz besitzt und das Parkplatzangebot in der Umgebung sehr eingeschränkt ist. Der Weg von den Haltestellen ist in der Regel gut ausgeschildert.